Autogedanken

Seit diesem Moment, in dem ich mein Auto gefunden habe, bin ich am überlegen, ob mir wirklich eine Matratze im Kofferraum reichen wird, oder ob ich nicht doch lieber eine Plattform zwecks Stauraumoptimierung bauen möchte. Nach vielem Hin und Her und nachdem ich bereits der festen Überzeugung war, dass eine Matratze ausreichend ist da ich ja gar nicht so viel Kram habe, entschließe ich mich dann doch dafür eine Plattform zu bauen. Vielleicht nicht gleich sofort, aber bald. Vielleicht finde ich hier bereits günstiges Holz, vielleicht muss aber auch erstmal Geld reinkommen.

Ich fange dennoch oder gerade deshalb schonmal an zu überlegen, wie meine Plattform aussehen soll. Im Kopf steht das ganze schon. Hochmotiviert schnappe ich mir Stift und Papier und versuche meine Gedanken in einer professionellen Zeichnung auf Papier zu bringen. Ja… ich versuche es. Die Kritzeleien gleichen dann eher den abstrakten Kunstwerk einer 5-jährigen. Ich frage mich, an welcher Stelle in der Schule ich dafür hätte besser aufpassen müssen. Meine Gedanken schwanken zwischen 

„Hilfe Papa!“ 

„Ich schaffe das allein!“

„Ich rufe ihn jetzt einfach an und hole mir Tipps.“ 

„Nein, ich bin hier in Australien um zu wachsen und neue Dinge zu lernen.“

„Aber… Papaaaaa..!“

„Ich bin eine emanzipierte, selbstständige Frau. Ich kriege das schon hin! Falls ich doch Hilfe brauche, frage ich die netten Mitarbeiter bei Bunnings. Davon muss dann keiner erfahren und nachher kann ich behaupten, dass ich alles ganz alleine gemacht hätte. Ha!“

Okay, Ärmel hochkrempeln und los gehts! Da meine Stärken offensichtlich nicht im Anfertigen technischer Zeichnungen liegen, schreibe ich also auf, was ich will und wie ich mir das vorstelle. In dem Moment ruft Papa an. 

Ironie des Schicksals. Ich liebe deinen Humor, liebes Universum!

Nun muss ich aber für mein Ego und meinen Stolz klarstellen, dass sich in dem Telefonat herausgestellt hat, dass alle meine Überlegungen korrekt sind. Mein Vater hatte die gleichen Ideen. Im Nachhinein weiß ich nun, dass ich trotz dieses Telefonates die Plattform selber bauen werde. Alleine, ohne Hilfe von Papa! Ich habe bereits ohne Hilfe von Papa ein Auto gekauft (also streng genommen, werde ich es noch kaufen). Da wird diese Plattform ja wohl ein Kinderspiel. 

 

Die schlauere Zukunftssabrina sagt: Übrigens habe ich bei meinem ersten Roadtrip festgestellt, dass es mir wichtiger ist aufrecht in meinem Bett sitzen zu können, als viel Stauraum zu haben. Daher werde ich keine Plattform bauen. Höchstens ein kleines Regal an der Seite neben meiner Matratze. Und die Moral von der Geschicht? Gedanken machen lohnt sich nicht. 

Die noch schlauere Sabrina aus einer noch entfernteren Zukunft sagt: Warum zum Teufel habe ich mir da so einen Stress gemacht? 

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