Game Changer

Die Blue Mountains haben meine Karten neu gemischt. Es hat sich so viel verändert. Dieses Gefühl der Veränderung ist gigantisch. Ganz Wesentliches sehe ich nun aus einem anderen Blickwinkel. Es ist schwer in Worte zu fassen und doch versuche ich es, um es selbst besser verstehen zu können. Danke, liebe Blue Mountains! Danke, liebes Universum! 

Meine Beziehung zu Lulu – We are family 

Ich konnte ihr einfach nicht vertrauen. Ständig hatte ich Angst, dass sie mich im Stich lassen wird. Durch den Trip und die „Straßen“, die wir nun gemeinsam bestritten haben, sind wir uns näher gekommen. Ich vertraue ihr und ich liebe sie. Ich liebe sie nicht auf die gleiche Art, wie ich Lupi geliebt habe. Lupi war mein kleines, starkes Pony, dass mir die Welt gezeigt hat. Er hat für mich gekämpft, er hat alles für mich gegeben. Lulu ist nun wie eine große Schwester. Sie passt auf mich auf und sie beschützt mich. Sie gibt mir Zuversicht und Ruhe. Aber gleichzeitig ist da eben dieses tricky Geschwisterding, sie ist unberechenbar und wild und jederzeit könnte sie mir einen Nippeltwist geben. Jep, Lulu ist mein Auto. (Keine Sorge, Nadine! Du bist die beste Schwester! 😘)

Meine Beziehung zu mir – Hipp Hipp Hurra!

Ich bin ich. Wow, ja soviel Weisheit hättet ihr jetzt nicht erwartet, was? Aber was ich damit sagen möchte ist, dass es mich total verunsichert hat, alleine in einem fremden Land zu sein. Deswegen bin ich in alte Teenagermuster zurück verfallen und habe mich an anderen Menschen orientiert. Ich habe nicht auf mich gehört und nicht das getan, was Sabrina tun würde. Ich habe das getan, was ich glaubte, das andere von mir erwarten würden. Das war meine Strategie, um dazu zu gehören und gemocht zu werden. Dabei habe ich vergessen, dass diese Taktik mir bereits vor 15 Jahren nicht sehr gut getan hat. Dann kam dieser Moment, in dem ich sofort wusste, wer und wie ich bin, wo ich hingehöre und was mir gut tut. Das ist meins. Wie konnte ich das vergessen? Wie konnte ich das beiseite schieben? Mich selbst zu vergessen, war ein verdammt hoher Preis, den ich gezahlt habe, um zu etwas dazuzugehören, zu dem ich nicht passe, zu dem ich auch nicht passen will, weil es mich langweilt. Raus aus den Shorts, rein in die Haremshose, mit Salbei um mich werfen, während ich ich barfuß im Regen tanze. 

Meine Beziehung zu Australien – G’day Straya!

Schon so oft dachte ich, dass ich aber nun endlich richtig in Australien angekommen bin. Auch jetzt wieder. Aber dieses Mal ist aber anders. Dieses Mal habe ich mich in diesen Flecken Erde verliebt. Dieses Mal fühle ich das Land. Dieses Mal weine ich, weil ich die unendliche Schönheit der unberührten Natur spüre. Dieses Mal denke ich nicht mehr über Kulturunterschiede nach und habe aufgehört zu vergleichen. Dieses Mal gebe mich dem Sog der Kultur hin und werde ein Teil von ihr. Dieses Mal bin ich einfach. 

Meine Beziehung zum Reisen – In der Welt zu Hause

All meine Zuversicht und das Vertrauen in den Lauf der Dinge, ist mit dem Betreten des australischen Bodens verloren gegangen. In Deutschland war ich mir zu hundert Prozent sicher, dass ich meinen Weg gehen wird. Ich habe darauf vertraut, dass ich mit jeder Herausforderung auch werde umgehen können. Ich hatte den tiefen Glauben, dass alles so laufen wird, wie es laufen soll und dass es dann genauso auch gut und richtig und wichtig ist. In Australien angekommen, war das von jetzt auf gleich weg. Meine Verunsicherung hatte mich fest im Griff und hat alles in Frage gestellt, an das ich je geglaubt habe. In Malena aus Argentinien habe ich einen Menschen gefunden, in dem dieser Glaube so fest verankert ist. Sie vertraut in das Leben. Sie hat mir den Anstoß gegeben, mich wieder mit dem Universum zu verbinden. Meine Zeit in den Blue Mountains sowie die Erfahrungen, die ich dort machen durfte, haben meinen Glauben dann wieder zu neuer Stärke gebracht. Ich kann reisen, ich werde reisen. Wenn das mein Weg ist, so werde ich ihn gehen. 

Meine Beziehung zum Leben – I step into the flow and then I let it go 

Alles passiert aus einem Grund! In manchen Momenten ist dieser Grund so klar ersichtlich und dann ist doch wieder alles diffus. Aber irgendwann wird alles Sinn ergeben. Ich gehe mit dem, was das Leben mir gibt. Meine Intuition wird mich leiten. Das bedeutet nicht, dass immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. Das bedeutet, dass es auch mal so richtig stinkende Kacke ist. Aber so lernt man doch viel mehr aus der Kacke, als aus den blumigen Zeiten. Schwierige Zeiten zu bewältigen gibt uns neue Kraft und lässt und zu ungeahnter Größe wachsen. Ich bin gespannt und voller Neugier, was das Leben noch alles für mich bereit hält. So habe ich mich vor 10 Jahre nichtmal getraut, das Leben zu träumen, was ich jetzt lebe. Wo werde ich wohl in 10 Jahren stehen? 

Meine Beziehung zu dem Tod – Don’t worry, be happy 

Wenn ich auf den Felsen klettre, sehe ich mich in meinem inneren Auge bereits in den Abgrund stürzen. Solche und weite Szenarien spukten mir seit langer Zeit im Kopf herum. Ich hatte immer wahnsinnig große Angst zu sterben. Aber nun ist mir bewusst geworden, dass ich sowieso sterben werde. Ganz gleich, was ich mache. Ob ich nun zu Hause auf der Couch sitze oder mich ins Abenteuer stürze. Ob ich mir Sorgen mache und Angst habe oder die Zeit, die mir auf dieser Erde geschenkt wurde, zelebriere. Am Ende steht immer der Tod. Das ist mir ganz plötzlich bewusst geworden. Ich meine so richtig, dass ich es fühle und nicht nur im Kopf weiß. Seit diesem Moment, lebe ich angstfreier und leichter. Dieses Bewusstsein über die Endlichkeit des Lebens gibt mir eine große Gelassenheit. Es dem Tod gleich, was ich in meiner Lebenszeit anstelle. Irgendwann wird er kommen. Und so lebe ich doch lieber mein bestes Leben und genieße es in vollen Zügen. Am Ende ist es egal, ob ich ein gesellschaftlich akzeptables Leben mit 9-5 Bürojob geführt habe, ob ich peinlich genau angepasst war und Stiefmütterchen in den Vorgarten meines Reihenhauses gepflanzt habe, oder ob ich authentisch meinen nackten Hintern in den Wind gehalten habe, ob ich mit Tränen in den Augen am Strand getanzt habe, ob ich zu laut lache oder zu viel weine, ob ich Dinge tue, die bei vielen Menschen nichts außer ein Kopfschütteln auslösen. Lebe ich für diese Menschen? Oder lebe ich verdammt nochmal für mich? Am Ende will ich sagen können „Fuck yeah! Das war ein geiles Leben!“.

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