The Big Roadtrip: Tasmania

Wie kann man bitte so schön sein? Mit Tränen in den Augen und voller Wehmut, sehe ich, wie die Berge Tasmaniens am Horizont immer kleiner werden, bis sie schlussendlich ganz verschwinden. Es war Liebe auf den ersten Blick. Tasmanien hat mein Herz im Sturm erobert. Dieser Flecken Erde ist etwas ganz besonderes. Die Insel ist einzigartig, einmalig und so schön, dass man es gar nicht glauben kann, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. 

Endlose weiße Sandstrände mit türkisfarbenen Wasser, raue Felsenklippen an denen sich die Wellen des Ozeans meterhoch auftürmen, unendliche unberührte Wälder mit den größten Bäumen, die ich jemals gesehen habe, wilde Tiere, deren Namen ich nichtmal weiß, Seen und Flüsse mit kristallklarem Wasser, Berge mit den weitesten Ausblicken, oh und erst diese Wasserfälle. Jedes für sich genommen ist bereits eine Schönheit. Doch durch diese starken Kontraste, wird alles so unglaublich, schon fast unwirklich. 

Ich sage euch eins – packt Tasmanien ganz oben auf eure Travel-Buket-List! This is THE place to be! Es gibt wirklich keine einzige Stelle, kein kleines Fleckchen, in der keine Schönheit steckt. Hinter jeder Kurve, hinter jedem Berg wartet ein neues Wunder. Es liegen 9 Tage voller Staunen, weit aufgerissenen Augen und atemraubenden Momenten hinter mir. 

Wir waren nun gut eine Woche dort – eine viel zu kurze Zeit. Manchmal, an den regnerischen und kalten Tagen, habe ich mich zwar auf das noch sommerliche australische Festland zurück gewünscht, doch nun, wo ich Tasmanien verlasse, erscheint der Rest Australiens gar nicht mehr so wünschenswert. Durch die wenige Zeit, die uns zur Verfügung stand, sind wir schnell gereist und haben uns kaum Pause gegönnt. Ich bin mir sicher, dass es noch so viel mehr zu entdecken gegeben hätte. Bei keinem Ort war ich mir je so sicher – ich werde zurück kommen! 

Spirit of Tasmania in Melbourne

Tasmanien erreicht man mit dem Flugzeug oder mit der Fähre, die in Melbourne ablegt. Da mich Lulu auf meiner Reise begleitet, habe ich die Fähre gewählt. Die Hin- und Rückfahrt für ein Auto und zwei Personen koste uns um die $500 (ich habe gehört, dass es in der Hauptsaison doppelt so teuer ist). Ganze 10 – 11 Stunden dauert die Überfahrt. Täglich fahren zwei Fähren eine abends über Nacht und eine morgens. Die Fähre tagsüber ist günstiger, also habe ich, als kleiner Sparfuchs, natürlich diese gewählt.

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Wir kommen also abends in Devonport an und fahren in der Abenddämmerung, die untergehende Sonne im Rückspiegel, nach Osten. Irgendwo rein in den ersten der 17 Nationalparks auf Tasmanien. Ein Possum sagt uns Gute Nacht und ab heute tut es das jeden Abend (vielleicht wartet es auch nur, dass wir endlich in Bett gehen, um nach Essensresten zu suchen). Am nächsten Tag geht es weiter nach Osten, die Straßen schlängeln sich bergauf und bergab durch dichten Wald, wir kommen an unseren ersten Wasserfall und 100 Meter-Bäumen vorbei, bis wir am Bay of Fires unser Camp aufschlagen. Es ist ja sowieso schon ein ziemlich geiles Gefühl die Füße im Sand zu vergraben, doch der Sand am Bay ist weich und weiß wie Puderzucker. BEACHGASM! 

Wineglass Bay Lookout

Unser Weg führt uns nun runter in den Süden. Eines frühen morgens brechen treten wir den zwei Stunden Marsch zu einem der schönsten Strände der Welt an. Und was soll ich sagen? Die Menschen die Winglass Bay in diese Kategorie stecken, haben einfach mal recht. Als wir ankommen, sind vielleicht zwei oder drei andere Menschen an diesem kilometerlangen, weißen Traumstrand. Türkises Wasser, hohe Wellen, rundherum nur Natur, kein Haus, keine Straße weit und breit (wir sind schließlich zwei Stunden durch tiefsten Wald hierher gelaufen). In dieser Kulisse nackt im Meer zu baden ist ein Beachsupergasm². 

Tasman Peninsula

Noch weiter im Süden auf der Tasman Peninsula machen wir mal ein wenig auf Kultur und schauen uns alles von der alten Gefängnisvergangenheit an, was man for free sehen kann. Interessanter aber sind diese meterhohen wilden Felsenklippen. Es ist ein windiger Tag und die Wellen bauen die schönsten Schaumschlösser über den Felsen. 

Nach all dieser unberührten Natur ist Hobart ein Schock. Viel zu viele Menschen, zu viel Lärm, zu viele Autos, ZU WENIG BÄUME. Wäsche waschen, einkaufen und raus aus der Stadt, wieder rein in den Wald. Wir fahren nach Westen. Im Mount Field National Park sehe ich die schönsten und magischsten Wasserfälle, die ich je gesehen habe. Es ist unglaublich, wie Tasmanien das macht. Bereits am ersten Tag dachte ich, dass ich so etwas schönes noch nie im Leben gesehen habe und es gar nicht mehr übertroffen werden kann. Doch dann im nächsten Augenblick übertrumpft dieses Land sich selbst wieder und wieder und wieder, bis zum letzten Tag. 

Nun geht es bereits wieder hoch in den Norden, der Kreis schließt sich allmählich. Wir brauchen einen Tag Pause um all das, was wir bisher erlebt haben, zu verarbeiten. Für einen Tag wollen wir keinen neuen Wasserfall, keinen Strand entdecken. Ich lerne (wieder), dass man so etwas viel öfter machen sollte – Pause, einfach mal nichts machen. 

Ausgeruht fahren wir in die Cradle Mountains, welche das Schönste aller Schönheiten sein soll. Im Dove Canyon springe und rutsche ich Wasserfälle runter, seile mich an den steilen Felswänden ab und schwimme in dem eiskalten Wasser. Die Canyoning Tour wurde mir von meiner Au Pair Familie zu Weihnachten geschenkt. Ein perfektes Geschenk, für welches ich so unendlich dankbar bin. Jeder Sprung in das dunkle ungewisse Wasser, war ein Kampf mit mir selbst und meiner Angst. Jedes Mal musste ich mich überwinden. Aber es hat sich gelohnt. Ich nehme bestimmt zehn neue blaue Flecke und ein neues Maß an Selbstbewusstsein mit. Schon lange hatte ich nicht mehr so viel Spaß und habe so viel und laut und herzlich gelacht, wie in dem rauschenden Wasser des Dove Canyons. Lachen ist eben ein gutes Mittel gegen Angst und Unsicherheit. 

Nur allzu gerne möchte ich noch mehr vom Cradle Mountain National Park sehen (welcher übrigens ein Weltkulturerbe ist). Durch den dauerhaften Adrenalinrausch während dem Canyoning, konnte ich die Natur um mich herum gar nicht auf mich richtig wirken lassen. Doch es ist Zeit für Abschied. Ein Abschied auf Zeit. Wir werden uns wieder sehen – ich und meine neue große Liebe Tasmanien. 

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