Bogor

Wieder einmal saß ich im Bus. Wieder einmal steckte der Bus über Stunden aus unerklärlichen Gründen auf einer engen Landstraße fest. Für die ganze Länge eines indonesischen Films (leider ohne Untertitel, ich glaube er war echt witzig) ging es keinen Meter voran und ich wusste nicht warum. Das übt dich in Geduld – ob du willst oder nicht. 

Mit 4 Stunden Verspätung kam ich dann endlich um 5 Uhr morgens in Bogor an. 

Bogor, wurde mir gesagt, ist die Stadt des Regens. Selbst in der Trockenzeit regnet es hier regelmäßig, wodurch die Stadt herrlich grün ist. Ich hatte vorher überhaupt nicht geschaut, was es hier zu entdecken gibt. Eigentlich kam ich nur her, um vor Beginn meiner Vipassana Meditation zur Ruhe zu kommen. 

Für die 3 Tage, die ich in Bogor habe ich mich entschieden kein Hostel oder Homestay zu buchen, sondern zu couchsurfen. 

Eine kurze Erklärung für alle, die nun denken „Huch, mit einer Couch eine Welle zu catchen, ist bestimmt schwierig.“ – Couchsurfing ist ein internationales soziales Netzwerk, welches Reisende miteinander verbindet. Menschen bieten dort Reisenden einen Schlafplatz in ihrem Heim an. Das kann eine Couch sein, eine Luftmatratze auf dem Boden, das eigene Bett oder ein Gästezimmer – wo auch immer im Haus des Gastgebers Platz zu finden ist. Als Gast zahlt man seinem Gastgeber kein Geld. Bei Couchsurfing bucht man keine Unterkunft, man wird eingeladen. Es geht dabei um den kulturellen Austausch, um voneinander zu lernen, zu reden, zu lachen, gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen und neue Freundschaften zu schließen. 

Die wunderbare Dewi hat mich also zu sich eingeladen. Sie war so herzlich, großzügig und gastfreundlich. Obwohl es so früh am Morgen war an ihrem freien Tag, hatte sie ein Frühstück für mich vorbereitet. Später zeigte sie mir die Stadt und brachte mir bei einige indonesische Gerichte zu kochen. 

Durch Dewi lernte ich dann Asim kennen, der mich gleich einlud mit ihm zusammen am kommenden Tag auf eine Wanderung zu gehen. Durch Asims Einladung wiederum lernte ich Alvin kennen, der sich, genau wie ich, zur Vipassana Meditation angemeldet hatte, wir verabredeten uns ein Taxi von Bogor zum Meditationszentrum zu teilen. In dem Taxi lernte ich dann Lizzy und Jolijn kennen, die meine tiefen Verbündeten während und nach der Meditation waren. (Auf die Menschen, denen ich dann durch die Vipassana Meditation begegnete, werde ich zu einem anderen Zeitpunkt eingehen.)

Was ich damit sagen möchte ist, dass man auf Reisen wirklich nie allen ist, wenn man es nicht möchte. Einfach mal aus der Komfortzone heraustreten und Ja zu einer ganztägigen Wanderung sagen, obwohl man eigentlich komplett andere Pläne hatte. Plötzlich folgt eins dem anderen und am Ende schaust du mit einem zufriedenen Lächeln ungläubig den Kopf schüttelnd zurück, dich fragend, wie du hier eigentlich gelandet bist. 

Wenn du auf den Fluss der Dinge vertraust und das annimmst, was das Universum dir schenkt, können Wunder passieren. Es kommen genau die Menschen in dein Leben, die du gerade am dringendsten brauchtest, ohne es vorher zu wissen oder danach zu suchen. 

Was wäre passiert, wenn ich mich für ein bequemeres Hostel anstatt für Couchsurfing entschieden hätte? Wir werden es nie erfahren. 

Werbeanzeigen

Ein Kommentar zu „Bogor

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s