Wunderheilung

Einige Stunden nach meinem Unfall mit dem Roller bin ich in einem Restaurant. Ich humple gerade wieder zurück zu meinem Tisch, da steht plötzlich jemand neben mir. Leider habe ich seinen Namen vergessen. Deshalb nennen wir ihn hier einfach mal Jonas. Jonas fragt mich, was passiert wäre und wo ich Schmerzen hätte. Ich schildere ihm den Vorfall. Daraufhin bietet er mir seine Hilfe an. Erstaunt frage ich, wie er mir denn helfen könne? „Are you a doctor?“ Nein, er ist Christ, antwortet Jonas. Okay, interessant…

Skeptisch aber dankbar nehme ich seine Hilfe an. Er legt seine Hände auf meine Hüfte, auf mein Knie, mein Handgelenk und bittet Jesus darum mir meine Schmerzen zu nehmen und mich zu heilen. 

Ich muss gestehen, dass ich das ganze Prozedere zunächst eher belächle und nicht für voll nehmen kann. Doch trotzdem versuche ich mich nicht dagegen zu sperren. Leider nimmt mir Jesus meine Schmerzen nicht. Jonas versucht es nochmal und nochmal und nochmal. Nach jedem Versuch fühle ich mich schlecht in seine erwartungsvoll strahlenden Augen zu schauen und ihm zu sagen, dass mein Schmerz unveränderlich stark ist. Doch anlügen möchte ich ihn auch nicht. 

Voller Vertrauen erklärt er, dass es manchmal auch etwas dauern könne. Er würde in einer halben Stunde nochmal nach mir sehen. 

Tatsächlich kommt er nach einiger Zeit zurück. Er habe jetzt gerade Freunde zu besuch, deshalb sei er zu spät, entschuldigt sich Jonas. 

Leider hat Jesus die Memo mich zu heilen wohl immer noch nicht erhalten, daher versucht Jonas es erneut. Nun bittet er Jesus bedeutend eindringlicher mir Genesung zu schenken. Es klingt schon fast wie ein Befehl. Diesmal schließe ich einfach nur meine Augen, bin vollkommen präsent und versuche die Energie zu spüren. Dennoch stellt sich keine Besserung ein.

So verrückt die ganze Geschichte für dich vielleicht klingen mag, so bedeutet mir diese Begebenheit unglaublich viel. Auch wenn ich nicht geheilt wurde, habe viel daraus mitnehmen können. 

Für mich war es eindeutig ein Versöhnungsangebot, eine Entschuldigung von Mama Bali. Ein Zeichen, dass sie mich nicht zermalmen und wieder ausspucken möchte. Sie will, dass ich noch ein Weilchen bleibe. 

Was denkst du über Jonas? Ist er in deinen Augen ein Spinner? Rückblickend bin ich diesem Mann so dankbar. Hand aufs Herz – wer von euch hat schon mal jemanden in Not gesehen und dennoch keine Hilfe angeboten? Er hat ohne zu zögern, das getan, was er konnte. Er kam sogar nochmal zurück, um nach mir zu sehen, obwohl er gerade Besuch hatte. Ich denke, wir alle können uns an ihm ein Beispiel nehmen. Ich für meinen Teil möchte auf jeden Fall daran arbeiten in der Zukunft anderen Menschen mehr bedingungslos meine Hilfe anzubieten. 

Hättest du so ein Angebot angenommen? Oder hättest du dankend abgelehnt?

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