Gedankenkarussell

Lang, lang ist’s her. Umso schwerer ist es einen Anfang zu finden. 

Vor lauter Arbeit im Moment, schaffe ich es kaum meine Gedanken zu sortieren. Es passiert so viel, es ist so viel passiert und doch auch wieder nichts. 

Seitdem ich in Auckland angekommen bin, arbeite ich in zwei Vollzeitjobs. Da bleibt mir kaum genug Zeit zum schlafen, geschweige denn zum Schreiben. 

Ich hadere zwischen dem Wunsch in Auckland zu bleiben, und dem Drang zu Reisen. Ich liebe mein Leben in Auckland und doch weiß ich, dass es mir auf Dauer, so wie ich im Moment lebe, nicht gut tut. Das Ende meines Visums und das Ende des Sommers geben mir Limits und bestimmen meine Reisepläne. Könnte ich mein Visum so einfach verlängern, würde ich vermutlich noch einige Monate in Auckland bleiben. Doch leider gibt es in Neuseeland nicht die Möglichkeit ein zweites Work and Holiday Visum zu beantragen, wie in Australien. 

Neuseeland ist so viel mehr als Auckland, das weiß ich. Und vermutlich ist Auckland sogar der am wenigsten sehenswerte Ort des ganzen Landes. Doch habe ich hier so gute Freunde gefunden, wie bisher noch nie auf meiner Reise. 

Klar, Menschen kennen gelernt habe ich ständig. Auch habe ich mit einigen noch sporadischen Kontakt. Doch hat sich das erste Jahr meiner Reise eher um mich, meine Entwicklung und meine Heilung gedreht. Als aber das zweite Jahr angebrochen war, hat sich das schlagartig geändert. Auf einmal geht es weniger um mich und eher um die Menschen, die ich treffe. 

Schon bei dem Gedanken, diese lieben und wundervollen Menschen zu verlassen, füllen sich meine Augen mit Tränen. Eine Familie und vor allem Heimat am anderen Ende der Welt zu finden, ist etwas ganz besonderes. 

Nun mag man vielleicht sagen, dass ich doch einfach in Auckland bleiben könne, wenn es mir doch so gut gefällt. Doch habe ich dann das Gefühl meine Zeit, die mir in Neuseeland zur Verfügung steht zu verschwenden. Wie könnte ich ein Jahr lang in dem schönsten Land dieser Erde verbringen, ohne zu reisen? Deshalb wünsche ich mir momentan nichts mehr als mehr Zeit. Hätte ich doch nur zwei Jahre, dann wäre das alles kein Problem… denke ich mir. Aber wie wir alle wissen, bringt ein „hätte, wäre und wenn“ nichts. Es ist so wie es ist. Und, es ist aus irgendeinem Grund genauso wie es ist. 

So leicht es mir auch in Bali fiel die Zeichen des Universums zu sehen und zu folgen, so schwerer fällt es mir jetzt hier. Ich wechsle meine Meinung und meine Pläne fast täglich. Geplant hatte ich, spätestens Mitte Januar los zu reisen. Nun habe ich meine Zeit in Auckland bereits bis Ende Februar verlängert. Doch wenn ich dann nicht aufbreche, bricht bald der Winter an. Und ein Roadtrip im Winter ist jetzt nicht so unbedingt mein Ding. 

Neuseeland mischt die Karten nochmal komplett neu. Ich war ziemlich selbstsicher und gefestigt in meinem Leben als Langzeitreisende, doch Neuseeland stellt mich wieder vor neue Aufgaben, die ich zu meistern habe. 

Auch wenn es mir momentan sehr schwer fällt, versuche ich darauf zu vertrauen, dass alles seinen Weg gehen wird und genau das passieren wird, was passieren soll. 

Sollte ich tatsächlich in Auckland stecken bleiben, dann ist das so. Sollte ich den Roadtrip starten, dann ist das so. Ich wüsste nicht, ob mein Leben jemals so ungewiss war, wie im Moment. Diese Ungewissheit hat mich erst total verrückt gemacht. Doch mittlerweile habe ich mich etwas dran gewöhnt. Denn das ist doch schließlich die ultimative Freiheit, die ich mir immer gewünscht und hart erarbeitet habe. 

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