Start

Wo war ich eigentlich stehe geblieben? Tatsächlich fühlt es sich so an, als ob ich im Pause-Modus war. Jetzt aber habe ich den Start-Knopf gedrückt. Es geht weiter. Doch nicht da, wo ich stehen geblieben war. Irgendwie bin ich, ohne es wirklich zu merken, an einen anderen Punkt gesprungen (aber dazu vielleicht irgendwas später mal mehr). 

Über 4 Monate lang habe ich nur gearbeitet und das jeden Tag. Und wenn ich jeden Tag sage, dann meine ich hier wortwörtlich jeden Tag. Nicht selten mehr als 14 Stunden pro Tag und das 7 Tage die Woche. 

Von einem Tag auf den anderen habe ich nun weder einen Job, eine Unterkunft, noch einen Plan. Mal ehrlich, ich hatte auch gar keine Zeit, etwas zu planen. Sowieso wollte ich auch gar keinen Plan haben. In den letzten Wochen wurde ich immer wieder gefragt, was ich machen werde und wohin ich gehen werde. „I don’t know“, ist bis heute meine Antwort.

Ich habe mir meine Freiheit hart erarbeitet. Dieses Mal vermutlich härter als je zuvor. Somit werde ich mir diese Freiheit nicht selbst mit einem Plan rauben. Ich werde einfach in jeden Tag hineinleben und die Möglichkeiten ergreifen, die sich mir bieten. 

So habe ich mich gestern Abend in einem Systema-Kurs wiedergefunden (russische Martial Arts) und viel über Selbstverteidigung gelernt. Die Nacht habe ich dann im Bus von Couchsurferin Anna geschlafen und den heutigen Tag mit einem deutschen Frühstück gestartet. Die Frühstückinfo mag vielleicht erstmal merkwürdig erscheinen. Aber für mich ist das echt ein großes Ding! Nach mehr als 1,5 Jahren das erste Mal wieder Vollkornbrot und Sonnenblumenkernbrötchen essen hat mir vor Freude Tränen in die Augen getrieben.

Dennoch muss ich ehrlich gestehen, dass mir diese bevorstehende vollkommene Planlosigkeit in den letzten Wochen unglaubliche Angst gemacht hat. Ein Plan zu haben gibt mir ein Gefühl von Halt und Sicherheit. Trotzdem oder auch gerade deswegen wollte ich nichts planen. Doch nun, nach dem ersten Tag weiß ich, dass ich es genau richtig mache. 

Wie viele einzigartige Möglichkeiten wir wohl in unserem Leben schon verpasst haben, weil sie nicht zu unseren Plänen passten? 

Dieses Mal wird mir das nicht passieren. 

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